Fertigung des Rohlings
Die nasse Tonmasse wird zu einer Fliesengrundform ausgerollt und nach zwölfstündigem vortrocknen, den Ton bezeichnet man dann als „Lederhart“, mit einer Holzschablone auf das historische Fliesenmaß 13 x 13 cm geschnitten. Nach 3-4 Wochen sind die Rohlinge durchgetrocknet und können nun im ersten Brand, dem Schrühbrand, bei ca. 900° C ausgeglüht werden. Fünf Tage später ist der Brennofen soweit abgekühlt, dass die Schrühfliesen herausgenommen und glasiert werden können.
Die Ausstrahlung einer Fliese bestimmen Menschenhände
Mit einer Sponse (Durchstaubschablone) und einem Beutel gefüllt mit Kohlenstaub, werden die Konturen des Motivs auf der Glasur, die noch nicht gebrannt wurde, markiert. Zum nachziehen der Umrisse verwendet man einen speziellen Pinsel, den jeder Maler in der Regel selbst herstellt. Die weitere Ausmalung des Motivs bestimmt der Fayencemaler, der durch seinen eigenen Stil und durch seine eigene Kreation, jedes Motiv zu einem Unikat erstrahlen lässt.
Zwei weitere Verfahren geben der Fliese den Schliff zur Originalen
Die Fliesen müssen jetzt sehr sorgsam für den so genannten Glattbrand in den zweiten Ofen gesetzt werden. Nach drei Tagen wird der Brennofen ausgenommen. Das individuelle Gesamtbild, wie wir es von den alten holländischen Fliesen kennen, entsteht durch die traditionelle Handarbeit bei der Herstellung der Fliesen. Abschließend werden die Fliesen patiniert, wodurch die Haarrisse (das so genannte Craquelle), die sich nach ein paar Wochen Lagerung gebildet haben, sichtbar werden. Abweichungen in Größe, Farbe und Bemalung sind beabsichtigt und stellen keinen Mangel dar.